Syphilis

Syphilis (auch Lues oder Harter Schanker genannt) wird beim Geschlechtsverkehr durch Bakterien übertragen. Nachdem die Zahl der Neuerkrankungen in westlichen Industrienationen lange zurück ging, ist in jüngster Zeit wieder ein Anstieg der Infektionsrate zu verzeichnen.

Begünstigt wird die Zunahme der Erkrankungsfälle vor allem durch Sextourismus und ein Vernachlässigen der Regeln des Safer Sex.

Syphilis kann auch angeboren sein, wenn Mütter das Kind vor der Geburt über die Plazenta anstecken. Auch eine Kontaktinfektion während der Geburt ist möglich.

Symptome und Beschwerden

Die Erkrankung verläuft in mehreren Stadien.

In der Phase der Primärsyphilis entsteht etwa drei Wochen nach der Infektion an der Eintrittsstelle des Erregers ein schmerzloses, hartes Geschwür, das als harter Schanker bezeichnet wird und oft unbemerkt bleibt (primäre Syphilis). Das Geschwür sitzt z. B. an den Schamlippen, in der Scheide oder am Penis. Das Geschwür kann bei Oralverkehr auch im Mund oder im Rachen und bei Analverkehr im Enddarm entstehen.

Ferner schwellen die lokalen Lymphknoten innerhalb einer Woche an. Nach 2-6 Wochen heilen die Geschwülste auch ohne Behandlung ab. Wegen der Schmerzlosigkeit des Schankers wird er an unzugänglichen Körperstellen leicht übersehen. Daher bleibt die Syphilis im Frühstadium nicht selten unbehandelt.







Es folgt die Sekundärsyphilis. Die Krankheitserreger können über die Lymph- und Blutbahnen den ganzen Körper erreichen. Die Symptome sind vielfältig. Typisch sind eine allgemeine Schwellung der Lymphknoten und lokale oder generalisierte Haut- und Schleimhautveränderungen (heller bis braunroter fleckiger Ausschlag). Häufige Allgemeinsymptome sind Fieber, Appetitlosigkeit und Kopfschmerzen.

Primäre und sekundäre Syphilis heilen auch ohne Behandlung ab.

Nach einem jahrelangen beschwerdefreien Intervall (latente Syphilis) kommt es zur Spätsyphilis mit schweren neurologischen Symptomen (Veränderungen der Nerven und des Zentralen Nervensystems) , Herz- und Knochenveränderungen sowie einem Befall innerer Organe.

Neugeborene mit angeborener Syphilis sind untergewichtig und haben eine vergrößerte Milz und Leber. Die Symptome der angeborenen Syphilis entsprechen denen der Sekundärsyphilis des Erwachsenen. Besonderheiten sind z.B. der syphilitische Schnupfen und eine Sattelnase. Ab dem dritten Lebensjahr können bereits Symptome der Spätsyphilis auftreten. Dazu gehören Defekte der Zähne und Taubheit. Ab dem 10. Lebensjahr manifestiert sich dann die Spätsyphilis.

Diagnose

Aus dem Verlauf der Erkrankung und den Symptomen schließt der Arzt auf das Stadium der Syphilis.

Im Frühstadium der Syphilis können die Erreger anhand eines Abstrichs vom Geschwür nachgewiesen werden. Der Nachweis von Antikörper im Blut kann zur Erkennung der Syphilis beitragen. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann auch eine Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit notwendig sein, um zu prüfen, ob sich die Infektion bereits in das Zentralnervensystem ausgebreitet hat.




Vorbeugung und Behandlung

Der beste Schutz vor einer Syphilis ist Safer Sex.

Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Penicillin oder alternativen Antibiotika. Die Erkrankung ist bei rechtzeitiger Behandlung heilbar.

In jedem Fall sollten die Sexualpartner mitbehandelt werden, um Spätfolgen und eine Verbreitung der Infektion zu verhindern.