Schwangerschaftsabbruch

Der Abbruch einer Schwangerschaft kann aus verschiedenen Gründen notwendig werden. Die gesetzlichen Grundlagen für den Schwangerschaftsabbruch sind dabei in den verschiedenen Ländern der Welt unterschiedlich.

Der Schwangerschaftsabbruch darf aber nicht als eine reguläre Methode der Familienplanung betrachtet werden. Leider werden noch zu viele Frauen ungewollt schwanger. Medizinische und soziologische Studien haben gezeigt, dass das Wissen über die Biologie des eigenen Körpers und die Möglichkeiten der sicheren Empfängnisverhütung unzureichend ist. Neben dieser „Wissenskomponente" spielen aber auch ethische und soziale Werte eine Rolle. Die Verantwortung für die Schwangerschaftsverhütung sollten Frau und Mann gemeinsam tragen. By Choice – Not Chance!

Wir informieren im Folgenden über die Methoden eines Schwangerschaftsabbruchs.

Kürettage

Beim Schwangerschaftsabbruch erfolgt eine instrumentelle Ausräumung der Gebärmutter. Bei der Saugkürettage wird der Gebärmutterhals aufgedehnt und der Inhalt der Gebärmutterhöhle unter Unterdruck abgesaugt. Bei der Ausschabung (Kürettage) wird die Gebärmutterschleimhaut mit einem speziellen Instrument (Kürette) abgetragen. Die Kürettage findet meist in Vollnarkose statt.

Als operativer Eingriff hat die Kürettage Narkoserisiken, sowie eine Reihe möglicher Nebenwirkungen. Nach dem Schwangerschaftsabbruch kann es eine Zeit dauern, bis der normale Blutungszyklus wieder einsetzt. Es kommt anfangs meist zu leichten und unregelmäßigen Blutungen. Als Komplikationen können aufsteigende Infektionen auftreten, die bis zur Unfruchtbarkeit führen können.

Bei einigen Frauen treten nach dem Schwangerschaftsabbruch seelische Probleme auf. Dies ist vor allem der Fall, wenn der Schwangerschaftsabbruch nicht auf eigenen Wunsch erfolgte, oder wenn die Frau sich ihres Kinderwunsches unsicher ist.

Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch

Seit einigen Jahren steht ein Medikament zur Verfügung, das als Tablette eingenommen wird. Die Substanz Mifepriston (RU 486) ist ein sogenanntes Antigestagen, welches die Wirkung des schwangerschaftserhaltenden Hormons Progesteron blockiert. Die Anwendung darf nur bis zum 49. Tag nach dem ersten Tag der letzten Periode (7. Schwangerschaftswoche) erfolgen.

Die Einnahme von 3 Tabletten Mifepriston erfolgt über mehrere Tage. Nach 36 – 48 Stunden wird zusätzlich Prostaglandin verabreicht, eine Substanz, die wehenartige Kontraktionen der Gebärmutter auslöst. Dadurch wird die Fruchtanlage ausgestoßen. Es können Unterleibsschmerzen auftreten, die mit einem Schmerzmittel behandelt werden können.

In seltenen Fällen kann es sein, dass die Schwangerschaft bestehen bleibt. Dann wird die Kürettage durchgeführt.

Mifepriston und Prostaglandine sind hochwirksame Medizinprodukte, die Nebenwirkungen haben können und auch nicht für jede Frau geeignet sind. Ihr Arzt wird Sie genau informieren. Zu Ihrer Orientierung finden Sie im Folgenden allgemeine Informationen:

Als Nebenwirkungen des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs können u.a. Übelkeit und Erbrechen, krampfartige Unterleibsschmerzen und Herz-Kreislauf-Komplikationen auftreten.

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch ist nicht geeignet für Frauen mit chronischem Nieren - oder Leberschaden, schwerem Asthma und Blutgerinnungsstörungen.

Auch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind bekannt. Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie bestimmte Medikamente regelmäßig einnehmen müssen.

Die Einnahme von Mifepriston erfordert eine ärztliche Betreuung während der gesamten Dauer des Abbruchs.