Vasektomie

Die Sterilisation des Mannes (Unfruchtbarmachung) nennt man Vasektomie.
Nach einer örtlichen Betäubung auf der Rückseite des Hodensacks durchtrennt der Arzt die Samenleiter und verschließt die Enden. Der kleine operative Eingriff wird meist ambulant durchgeführt.

Durch die Vasektomie wird nur der Ausstoß der Spermien (Samenzellen) unterbunden. Libido, Erektionsfähigkeit und Ejakulation (Samenerguss) bleiben voll erhalten.

Die Vorstellung, dass es nach einer Vasektomie zu einem schmerzhaften "Spermienstau" kommen könnte entspricht nicht der Realität. Die weiterproduzierten Spermien werden vom Körper abgebaut.

Zuverlässigkeit der Vasektomie

Die Vasektomie ist eine sehr zuverlässige Methode der Empfängnisverhütung.
Es ist jedoch zu beachten, dass die Sterilisation nicht sofort empfängnisverhütend wirkt. Man kann davon ausgehen, dass sich noch einige Zeit Samenzellen in den Gängen zwischen Prostata und Samenbläschen befinden. Als Faustregel gilt: Nach etwa zehn Samenergüssen oder ca. vier Wochen nach dem Eingriff sollte das Ejakulat zum ersten mal untersucht werden. Die Zeugungsunfähigkeit gilt erst dann als erwiesen, wenn in der Samenflüssigkeit keine Samenzellen mehr nachgewiesen werden können. Solange sollten andere empfängnisverhütende Maßnahmen angewendet werden.

Vorteile der Vasektomie

Für Männer, die ihre Familienplanung abgeschlossen oder keinen Kinderwunsch haben, ist die Vasektomie eine geeignete Methode. Da die Sorge über eine unerwünschte Schwangerschaft entfällt, kann die Vasektomie zu einem entspannten und befriedigenden Sexualleben führen.

Nachteile der Vasektomie

Die Vasektomie lässt sich nur durch eine sehr komplizierte Operation wieder rückgängig machen, wobei die Zeugungsfähigkeit nur in etwa 65 Prozent der Fälle wieder hergestellt werden kann. Es ist daher wichtig, dass die Entscheidung für eine Vasektomie reiflich überlegt wird. Die Erfolgswahrscheinlichkeit der Wiederfruchtbarmachung (Refertilisierung) schwindet, je länger die Vasektomie zurückliegt.

Bei der Vasektomie handelt es sich um einen operativen Eingriff. Zwar sind Komplikationen sehr selten, jedoch wird Sie der Arzt über mögliche Risiken aufklären. Es kann zu Blutergüssen, Wundinfektionen und Entzündungen des Hodens oder Nebenhodens kommen.

In bestimmten Fällen kann die Vasektomie nicht durchgeführt werden, z.B. bei Krampfaderbildung im Hodensack.