Stillen

In der Zeit unmittelbar nach der Geburt ruht die Funktion der Eierstöcke zunächst weitgehend, so dass Frauen weniger empfänglich für eine neue Schwangerschaft sind.

Wie schnell die Fruchtbarkeit zurückkehrt, hängt auch davon ab, ob gestillt wird.
Das die Milchproduktion fördernde Hormon Prolaktin hemmt gleichzeitig in vielen Fällen einen neuen Eisprung und fördert das Ausbleiben der Regelblutung.

Mit den modernen Methoden der Wissenschaft wurde geprüft, wie man diese Erkenntnis gezielt als Methode der Schwangerschaftsverhütung einsetzen kann. Daraus entstand die Laktationsamenorrhö Methode (LAM), die Methode des stillbedingten Ausbleibens der Regelblutung.

Sicherheit der LAM

Die Methode bietet in den ersten 6 Monaten nach der Entbindung einen gewissen Empfängnisschutz, wenn folgende Bedingungen eingehalten werden:

Sie haben noch keine Regelblutung

Das Baby bekommt mindesten sechs lange Stillmahlzeiten pro Tag mit einer Stilldauer von insgesamt mindestens 60 Minuten

Der Abstand zwischen zwei Stillmahlzeiten beträgt nicht mehr als sechs Stunden

Das Baby erhält höchstens eine Zusatzmahlzeit am Tag

Das Baby bekommt keinen Schnuller oder Teefläschchen.


Je länger jedoch die Geburt zurückliegt, desto eher kann es auch ohne Regelblutung zu einer neuen Schwangerschaft kommen.

Eine Trennung von Mutter und Kind (z.B. bei erwerbstätigen Frauen) reduziert die Sicherheit der Methode.

Vorteile der LAM

Zwar ist das Stillen als Verhütungsmethode nicht sehr sicher. Das Stillen selbst aber hat viele Vorteile für Mutter und Kind. Stillen ist die optimale Ernährung und ein guter Immunschutz und hilft Ihnen, die Beziehung zum Kind aufzubauen.

Nachteile der LAM

Der Nachteil ist vor allem die mangelnde Zuverlässigkeit. Auch stillende Frauen sollten daher verhüten, wenn sie Geschlechtsverkehr haben und nicht wieder schwanger werden wollen.

Es sind jedoch nicht alle Methoden gleichermaßen geeignet. Besonders empfohlen werden nicht-hormonale Methoden, vor allem das Kondom für den Mann. Hormonale Kontrazeptiva sind für stillende Frauen nicht die Methode der ersten Wahl. Reine Gestagenpräparate können jedoch angewendet werden, wie z.B. die Minipille oder das Intrauterin-System.