Chemische Schutzmittel

Die heute zur Anwendung kommenden chemischen Verhütungsmittel gibt es z.B. in Form von Schaum-Ovula, Zäpfchen, Cremes, Schwämmchen oder als Tabletten.

Sie enthalten Substanzen (Spermizide, z.B. Nonoxynol-9), die die Samenfäden abtöten. Zusätzlich bilden einige Mittel einen zähen Schaum oder Schleim, der den Muttermund verschließt und eine Barriere für die Spermien ist.

Chemische Schutzmittel werden oft falsch angewendet. Die Schutzmittel müssen tief in die Scheide der auf dem Rücken liegenden Frau eingeführt werden, da sonst die Gefahr des Abfließens aus der Scheide besteht. Die Menge des Schutzmittels reicht nur für den einmaligen Geschlechtsverkehr aus. Bei nochmaligem Verkehr muss erneut Schutzmittel eingeführt werden.

Sicherheit chemischer Schutzmittel

Chemische Schutzmittel allein haben nur eine mittlere Zuverlässigkeit. Sie sollten daher gemeinsam mit einem Diaphragma oder der Portiokappe benutzt werden.

Das mit Spermiziden getränkte Schwämmchen gilt als die zuverlässigste Form der chemischen Schutzmittel. Es wird vor dem Muttermund platziert, wirkt als zusätzliche Barriere und saugt die Spermien auf. Das Schwämmchen darf erst 6 bis 8 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr entfernt werden.

Vorteile chemischer Schutzmittel

Chemische Schutzmittel sind eine Alternative für Frauen, die hormonale Kontrazeptiva nicht anwenden dürfen oder wollen.

Sie eignen sich für Frauen, die nur gelegentlich Geschlechtsverkehr haben und daher keine ständige Schwangerschaftsverhütung anwenden wollen.

Nachteile und Nebenwirkungen chemischer Schutzmittel

Chemische Substanzen entfalten erst etwa nach 5 bis 15 Minuten ihre empfängnisverhütende Wirkung. Das Warten auf die Wirksamkeit beeinträchtigt die Spontaneität des Liebeslebens.

Auch die notwendige Manipulation an der Scheide kurz vor dem Geschlechtsverkehr empfinden viele Frauen als unangenehm und lästig.

Bei der Anwendung von chemischen Schutzmitteln kann es auch zu unangenehmen Reizerscheinungen wie Brennen und Jucken an den Genitalien kommen.

Die meisten chemischen Mittel riechen und schmecken unangenehm und beeinträchtigen daher Oralsex.