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Das Scheidendiaphragma (Scheidenpessar) ist eine flach gewölbte Gummi-oder Kunststoffmembran, die mit einem äußeren flexiblen Federring versehen ist. Sie wird in das hintere obere Scheidengewölbe eingeführt, damit der Gebärmutterhals (insbesondere der äußere Muttermund) abgedeckt ist.
Die Portiokappe (Portio = Muttermund) ist geformt wie ein Fingerhut und besteht aus festerem Plastik oder Hartgummi. Sie wird eng über den Gebärmuttermund gestülpt. Beim Aufsetzen der Kappe bildet sich ein Vakuum und die Kappe saugt sich fest an.
Diaphragmen und Portiokappen gibt es in verschiedenen Größen. Sie müssen vom Frauenarzt individuell angepasst werden. Nach einer Schwangerschaft, einem Schwangerschaftsabbruch, bei größeren Gewichtsveränderungen und nach Unterleibsoperationen müssen Diaphragma und Portiokappe neu angepasst werden.
Die richtige Handhabung dieser Methoden erfordert Übung. Lassen Sie sich daher von Ihrem Frauenarzt beraten.
Sicherheit von Diaphragma und Portiokappe
Die Sicherheit hängt zu einem großen Teil von der guten Anpassung und konsequenten Handhabung ab. Die empfängnisverhütende Wirkung resultiert ausschließlich aus der mechanischen Abdeckung des Muttermundes. Im sauren Scheidenmilieu sind die Spermien nur etwa 6 – 8 Stunden befruchtungsfähig. Solange dürfen Diaphragma und Portiokappe auch nicht abgenommen werden. Beide Methoden besitzen nur eine mittlere Zuverlässigkeit.
Die Sicherheit beider Methoden wird durch die gleichzeitige Anwendung chemischer Schutzmitteln erhöht. Die spermizide Creme wird dazu in die Wölbung von Diaphragma oder Portiokappe aufgetragen. Beachten Sie, dass die spermienabtötende Wirkung der Schutzmittel sich erst nach einigen Minuten entwickelt und auch nur für eine bestimmte Zeit anhält. Bei mehrmaligem oder länger dauerndem Geschlechtsverkehr sollte mehrmals etwas spermizide Creme in die Scheide eingeführt werden. Dabei dürfen aber Pessar und Portiokappe in ihrem Sitz nicht verändert werden.
Diaphragma und Portiokappe dürfen frühestens 6 bis 8 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr wieder entfernt werden. Während dieser Zeit sollten Sie nicht baden. Das Diaphragma darf nicht länger als 24 Stunden in der Scheide belassen werden, die Portiokappe nicht länger als 48 Stunden. Bei Diaphragmen oder Portiokappen aus Latex dürfen nur wasserlösliche und fettfreie Gleitmittel benutzt werden, da fetthaltige Substanzen (wie Massage-Öle, Cremes oder Vaseline) die Latexhaut angreifen und durchlässig machen. Das gleiche gilt, wenn Sie vaginale Cremes oder Zäpfchen anwenden müssen (z.B. wegen einer Pilzinfektion oder bei einer lokalen Hormonersatz-Therapie).
Um Beschädigungen zu vermeiden, sollten Pessar und Portiokappe sehr sorgfältig behandelt und nach jeder Verwendung gründlich gereinigt werden.
Vorteile von Diaphragma und Portiokappe
Diaphragma und Portiokappe sind Alternativen für Frauen, die hormonale Kontrazeptiva nicht anwenden dürfen oder wollen.
Es eignet sich für Frauen, die nur ab und zu Geschlechtsverkehr haben und daher keine ständige Schwangerschaftsverhütung anwenden wollen.
Nachteile von Diaphragma und Portiokappe
Diaphragma und Portiokappe müssen vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt werden. Wenn zusätzlich spermienabtötende Creme verwendet wird, muss die Zeit bis zur Wirkung der Creme mitbedacht werden.
Die dazu notwendige Manipulation an der Scheide empfinden viele Frauen als unangenehm und lästig. Auch ist die Spontaneität des Liebeslebens beeinträchtigt.
Einige Frauen beschreiben bei der Nutzung von Diaphragma und Portiokappe ein störendes "Fremdkörpergefühl".
Diaphragma und Portiokappe können Nebenwirkungen haben. Es kann in der Scheide zu Entzündungen kommen. Außerdem klagen einige Frauen über vermehrte Harnwegsinfektionen.
Frauen mit verändertem PAP-Abstrich sollten auf die Benutzung von Portiokappe und Diaphragma verzichten, bis der Abstrich wieder ohne Befund ist. Diese Methoden stellen insbesondere in Kombination mit Spermiziden eine zusätzliche Reizung des Muttermundes dar.
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