Implantate

Implantate sind kleine Kunststoff-Stäbchen, die ein Gestagenreservoir enthalten. Unter örtlicher Betäubung werden die Kunststoffstäbchen mit Hilfe einer speziellen Nadel unter die Haut an der Innenseite des Oberarms (bei Rechtshänderinnen am linken Oberarm) gelegt. Dort sind die Implantate tastbar und können jederzeit nach Legen eines kleinen Hautschnittes von ca. zwei Millimeter Länge entfernt werden.

Je nach Präparat und Hersteller werden ein oder zwei Stäbchen implantiert. Die Stäbchen sind zwischen 3 und 4 cm lang und 2 mm dick.

Wirkung und Zuverlässigkeit

Aus dem Gestagendepot der Kunststoffstäbchen wird das Hormon langsam freigesetzt. Wenn das Implantat am Beginn des Zyklus eingelegt wird, bietet es bereits vom ersten Tag an eine sehr hohe empfängnisverhütende Zuverlässigkeit. Wird ein Präparat mit einem Stäbchen gewählt, hält dieser Empfängnisschutz 3 Jahre an. Präparate mit zwei Stäbchen wirken bis zu 5 Jahre kontrazeptiv.

Die empfängnisverhütende Wirkung des Implantates beruht vor allem darauf, dass der Schleimpfropf im Gebärmutterhals für Spermien undurchlässig bleibt und der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut unterdrückt wird. Der Eisprung wird nicht immer unterdrückt.

Implantate schützen nicht vor HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Wenn Sie Sex mit einem Partner haben wollen, dessen Lebensumstände Sie nicht kennen, benutzen Sie zusätzlich ein Kondom.

Vorteile

Implantate eignen sich besonders für Frauen, die eine längerfristige Verhütung wünschen. Sie sind besonders geeignet für Frauen, die keine Östrogene vertragen.

Für die Zeit von 3 bzw. 5 Jahren müssen Sie nicht mehr an die Verhütung denken. Dies gibt der Spontaneität in der Liebe großen Raum. Frauen, die Schwierigkeiten mit der regelmäßigen Einnahme der Pille haben, profitieren ebenfalls von einem Implantat, weil sie nicht mehr täglich an die Einnahme denken müssen.

Einige Implantate können auch von stillenden Frauen angewendet werden. Zwar sind hormonale Kontrazeptiva nicht die Methode der ersten Wahl, jedoch können reine Gestagenpräparate angewendet werden. Es gehen geringste Mengen des Gestagens in die Muttermilch über. Aus Erfahrung weiß man aber, dass dies dem Kind nicht schadet.

Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, ab wann ein Implantat bei Ihnen eingesetzt werden kann. Auch das Intrauterin-System, die 3-Monatsspritze und die Minipille eignen sich für die hormonale Empfängnisverhütung nach einer Entbindung.

Nebenwirkungen und Risiken

Implantate sind hochwirksame Medizinprodukte, die Nebenwirkungen haben können. Zu Ihrer Orientierung finden Sie im folgenden allgemeine Informationen zur Verträglichkeit von Implantaten. Verbindlich sind jedoch immer die Produktinformationen Ihres konkreten Präparates. Lesen Sie daher die Packungsbeilage aufmerksam und lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

Zu den unerwünschten Begleiterscheinungen eines Implantats gehören Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Spannungsgefühl in der Brust sowie in seltenen Fällen Stimmungsschwankungen oder Libidoveränderungen (sexuelle Lust).

Eine häufige Nebenwirkung der Implantate sind Blutungsstörungen. Dazu gehören Schmier- und Zwischenblutungen sowie unregelmäßige Zyklen.
Es kann auch zum Ausbleiben der Regelblutung kommen (Amenorrhö).

Ein weiterer Nachteil von Implantaten ist, dass das Einsetzen und Entfernen der Implantate mit einem kleinen operativen Eingriff verbunden ist. Hierdurch können kleine Narben zurückbleiben.

Für wen ist das Implantat nicht geeignet







Es kann medizinische Gründe geben, die gegen die Anwendung des Implantats sprechen, sogenannte Kontraindikationen.

Für Jugendliche sind Implantate nicht die hormonale Methode der ersten Wahl, obwohl es keine altersspezifischen Kontraindikationen gibt.
Imlantate sind sinnvoll bei einem Verhütungsbedarf über sehr lange Zeiträume. Dies ist bei Jugendlichen meist nicht der Fall.

Soll hormonell verhütet werden, ist bei Jugendlichen daher die Kombinationspille vorzuziehen. Zudem reguliert die Pille den Monatszyklus, während des bei Implantaten häufiger zu Blutungsstörungen kommt und die Regelblutung bei längerer Anwendung oft ganz aussetzt.