Die Verhütungsspritze (Injektion)

Injektionspräparate werden in den Gesäß- oder Oberarmmuskel gespritzt. Aus dem Depot im Muskel werden die Hormone langsam ins Blut abgegeben und zu den Zielorganen transportiert.

Man unterscheidet Injektionspräparate, die monatlich angewendet werden (1-Monatsspritze) und Präparate, die im Abstand von maximal drei Monaten (3-Monatsspritze) injiziert werden. Die 1-Monatsspritze enthält ein Östrogen und ein Gestagen, die länger wirkenden Injektionspräparate nur ein Gestagen.

Wirkung und Zuverlässigkeit

Die Injektionspräparate sind sehr zuverlässig. Unter der Anwendung der 1-Monatspritze wird der Eisprung nahezu immer unterdrückt. Dies geschieht bei der 3-Monatsspritze meist nur in den ersten 4 bis 8 Wochen. Aber auch danach bleibt die empfängnisverhütende Wirkung erhalten, weil die 3-Monatsspritze das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut bremst und den Schleim im Gebärmutterhals für Spermien undurchdringlich macht

Die Verhütungsspritze schützt nicht vor HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten

Wenn Sie Sex mit einem Partner haben wollen, dessen Lebensumstände Sie nicht kennen, benutzen Sie zusätzlich ein Kondom.

Vorteile

Die Verhütungsspritze eignet sich für Frauen, die eine längerfristige Verhütung wünschen. Die 3-Monatsspritze ist als reines Gestagenpräparat besonders für Frauen geeignet, die keine Östrogene vertragen.

Für einen bzw. drei Monate müssen Sie nicht mehr an die Verhütung denken. Dies gibt der Spontaneität in der Liebe großen Raum. Frauen, die Schwierigkeiten mit der regelmäßigen Einnahme der Pille haben, profitieren ebenfalls von der Verhütungsspritze, weil sie nicht mehr täglich an die Einnahme denken müssen.

Werden die Injektionen nicht mehr fortgesetzt, können Sie wieder schwanger werden.

Die 3-Monatsspritze eignet sich auch für Frauen die stillen. Zwar sind hormonale Kontrazeptiva nicht die Methode der ersten Wahl, jedoch können reine Gestagenpräparate angewendet werden. Es gehen geringste Mengen des Gestagens in die Muttermilch über. Aus Erfahrung weiß man aber, dass dies dem Kind nicht schadet.

Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, wann Sie mit der Anwendung der 3-Monatsspritze beginnen können.

Auch das Intrauterin-System und die Minipille eignen sich für die hormonale Empfängnisverhütung nach einer Entbindung.

Risiken und Nebenwirkungen

Die Verhütungsspritze ist ein hochwirksames Medizinprodukt, das Nebenwirkungen haben kann. Zu Ihrer Orientierung finden Sie im folgenden allgemeine Informationen zur Verträglichkeit der Verhütungsspritze. Verbindlich sind jedoch immer die Produktinformationen Ihres konkreten Präparates. Lesen Sie daher die Packungsbeilage aufmerksam und lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

Wie bei allen hormonalen Kontrazeptiva kann es anfänglich zu leichten Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder einem Spannungsgefühl in den Brüsten kommen. Meistens verlieren sich diese Symptome aber nach kurzer Zeit.

An der Injektionsstelle können Hautreaktionen auftreten.

Der hauptsächliche Nachteil der 3-Monatsspritze besteht darin, dass es häufig zu Blutungsstörungen kommt, vor allem in den ersten Wochen der Anwendung. Nach längerer Anwendung der 3-Monatsspritze kann es auch zum vollständigen Ausbleiben der Blutungen kommen, da die alleinige Gabe des Gestagens den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut stark unterdrückt. Dies ist jedoch medizinisch unbedenklich.

Mit der 1-Monatsspritze lässt sich der Blutungsrhythmus etwas besser kontrollieren. Die Nebenwirkungen der 1-Monatsspritze sind mit denen anderer hormonaler Kombinationspräparate vergleichbar. Informieren Sie sich daher im Kapitel "Nebenwirkungen und Risiken der Pille".

Werden die Injektionen nicht mehr fortgesetzt, wird die volle Fruchtbarkeit wieder erreicht. Dies dauert aber bei der Verhütungsspritze manchmal etwas länger als z.B. beim Intrauterin-System oder der Pille.

Wer sollte die Verhütungsspritze nicht bekommen

Es gibt medizinische Gründe, die gegen die Anwendung der 3-Monatsspritze sprechen, sogenannte Kontraindikationen.

Es gibt auch Fälle, in denen die 1-Monatsspritze nicht angewendet werden darf.

Für Jugendliche sind Injektionen nicht die hormonale Methode der ersten Wahl, obwohl es keine altersspezifischen Kontraindikationen gibt. Dennoch ist die Kombinationspille vorzuziehen, da es bei Injektionspräparaten häufiger zu Blutungsstörungen kommt und die Regelblutung bei längerer Anwendung oft ganz aussetzt. Auch nach dem Absetzen der Verhütungsspritze kann die Menstruationsblutung mehrere Monate ausbleiben, bevor sich wieder ein normaler Zyklusverlauf einstellt.

Bei der Pille hingegen wird der Monatszyklus reguliert. Nach dem Absetzen der Pille etabliert sich auch sofort wieder ein normaler Monatszyklus mit regelmäßigen Periodenblutungen.