|
Ernsthafte Nebenwirkungen der Pille sind sehr selten. Bestimmte
Symptome können auf ernste Nebenwirkungen hinweisen. Die Pilleneinnahme sollte dann sofort abgebrochen werden.
Pilleneinnahme und Thrombose
Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel, das ein Blutgefäß verstopfen kann. Eine Thrombose kann in den Venen entstehen (z.B. tiefe Beinvenenthrombose). Teile eines Blutgerinnsels können sich ablösen und über die Blutbahn in die Lunge gelangen, wo sie durch Verschluss von Lungenblutgefäßen eine Lungenembolie auslösen können. Tiefe Beinvenenthrombosen sind Ereignisse, die auch dann auftreten können, wenn Sie nicht hormonal verhüten, so z.B. auch in der Schwangerschaft. Das Risiko der Entstehung einer tiefen Beinvenenthrombose ist bei Einnahme der Pille etwas höher, als bei Nichtanwendung, aber nicht so hoch, wie in der Schwangerschaft.
Blutgerinnsel können auch in Blutgefäßen des Herzmuskels (Herzinfarkt) oder des Gehirns (Schlaganfall) auftreten. Noch seltener sind Blutgerinnsel in anderen Blutgefäßen (z.B. Leber oder Magen).
Es gibt eine Reihe individueller
Risikofaktoren für die Entstehung einer Thrombose, die vor der Verschreibung der Pille beachtet werden müssen.
Das Risiko von Gefäßerkrankungen wird allgemein mit zunehmendem Lebensalter größer. Besonders hoch ist es bei Rauchern. Wenn Sie die Pille nehmen, sollten Sie mit dem Rauchen aufhören, insbesondere wenn Sie älter als 35 Jahre sind. Gegebenenfalls muss eine andere Methode der Empfängnisverhütung empfohlen werden.
Pilleneinnahme und Krebs
Zur Frage des Zusammenhanges zwischen der Einnahme der Pille und dem Entstehen von Brustkrebs liegt eine Vielzahl von Studien vor. Die Ergebnisse der Studien sind unterschiedlich. Es gibt Studien, die keinen Zusammenhang zwischen Pilleneinnahme und Brustkrebs zeigen. In anderen Studien wurde bei Frauen, die die Pille nehmen, Brustkrebs geringfügig öfter festgestellt, als bei Frauen gleichen Alters, die die Pille nicht nehmen. 10 Jahre nach Absetzen der Pille besteht allerdings kein Unterschied mehr. Es ist nicht bekannt, ob die Pille den Unterschied verursacht. Möglicherweise wird der Brustkrebs bei Pillennehmerinnen nur seltener übersehen: Frauen, die die Pille einnehmen, gehen im allgemeinen öfter zum Arzt, als Nichtnehmerinnen. Daher ist die Chance, einen Brustkrebs zu entdecken, bei Pillennehmerinnen größer. Da Brustkrebs bei Pillennehmerinnen meist früher entdeckt wird, ist er kleiner und hat seltener Metastasen als bei Frauen, die die Pille nicht nehmen. Dies wiederum erhöht die Heilungschancen ganz deutlich.
Bei Pillennehmerinnen wird etwas häufiger Gebärmutterhalskrebs gefunden. Dies ist wahrscheinlich nicht durch die Pille bedingt. Es werden andere Faktoren als Ursache von Gebärmutterhalskrebs angesehen, vor allem bestimmte Virusinfektionen. Frauen, die die Pille nehmen, haben meist ein aktiveres Sexualverhalten und damit ein erhöhtes Infektionsrisiko. Das Infektionsrisiko ist besonder hoch, wenn die Sexualpartner häufig gewechselt werden. Außerdem werden bei Pillennehmerinnen meistens regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt, die zu einer häufigeren und frühzeitigen Diagnose des Gebärmutterhalskrebses führen. Man weiß daher nicht, ob der Krebs wirklich häufiger auftritt oder nur seltener übersehen wird.
Für Pillennehmerinnen und Nicht-Nehmerinnen gilt: Schon die Vorstadien des Gebärmutterhalskrebs sind erkennbar und können gut behandelt werden. Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen sind daher wichtig.
In äußerst seltenen Fällen können bei Pillenanwenderinnen Lebertumore auftreten.
|
 |
 |
|