|
Bei der Auswahl Ihres Verhütungsmittels spielen nicht nur medizinische Gesichtspunkte eine Rolle. An einigen Beispielen wollen wir zeigen, welche Fragen Sie sich stellen müssen, um das geeignete Kontrazeptivum zu finden:
Partnerschaft und Sexualleben
Leben Sie in einer festen Beziehung oder haben Sie wechselnde Sex-Partner?
Wenn Sie öfter mit verschiedenen Männern schlafen (Promiskuität), sollten Sie in jedem Fall ein Kondom verwenden, um sich vor der Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten zu schützen. Die Kondom Plus-Methode (Double Dutch) besagt, dass zusätzlich immer noch ein zweites Verhütungsmittel angewendet werden sollte. Die kontrazeptive Sicherheit des Kondoms ist nicht sehr hoch und Sie sollten sich nie allein auf einen Partner verlassen, den Sie nicht gut kennen.
Wenn Sie promiskuitiv leben sind einige Verhütungsmethoden für Sie weniger geeignet, wie z.B. das Intrauterin-Pessar (Spirale) nicht empfohlen. Diese Frauen erkranken besonders häufig an Unterleibsentzündungen - eine Gefahr, die durch die Spirale noch verstärkt wird.
Wenn Sie in einer festen Beziehung sind, und ihrem Partner vertrauen, ist ein Kondom nicht unbedingt nötig. Dann sollten Sie mit Ihrem Partner gemeinsam entscheiden, welche der vielen möglichen Verhütungsmethoden Sie anwenden wollen.
Ihr Sexualleben
Wie oft haben Sie Geschlechtsverkehr? Benötigen Sie nur ab und zu ein Verhütungsmittel, oder regelmäßig?
Einige Verhütungsmittel werden nur bei Bedarf angewendet, wie z.B. das Kondom, Spermizide (chemische Verhütungsmittel) oder die Portiokappe. Entscheiden Sie sich für diese Art der Verhütung, müssen Sie "Vorsorge" treffen, damit Sie im Fall des Falles nicht in Verlegenheit kommen.
Andere Verhütungsmittel müssen regelmäßig angewendet werden (z.B. tägliche Einnahme der Pille). Sie sind eher für Frauen geeignet, die öfter verhüten müssen.
Familienplanung
Ist Ihre Familienplanung abgeschlossen oder wollen Sie noch Kinder bekommen?
Wenn die Familienplanung abgeschlossen ist, kommt gegebenenfalls eine Sterilisation der Frau oder des Mannes in Frage. Diese Entscheidung muss gut bedacht sein, da eine Refertilisierung (Wiederherstellung der Fruchtbarkeit) nur sehr schwer möglich ist.
Wenn Sie sich die Möglichkeit offen halten wollen, in einigen Jahren doch noch Kinder zu bekommen, ist das Intrauterin-System (IUS) eine besonders gute Lösung. Es schützt 5 Jahre lang vor einer Schwangerschaft. Nach der Entfernung des IUS können Sie wieder schwanger werden.
Vielleicht wollen Sie aber auch bereits in einem Jahr schwanger werden? Dann sind ein kurzwirkendes hormonales Präparat (z.B. die Pille) oder nicht-hormonale Methoden der Empfängnisverhütung besser geeignet.
Berufliche Situation
Befinden Sie sich noch in der Ausbildung / im Studium oder haben Sie bereits eine gesicherte berufliche Position erreicht?
Dank moderner Kontrazeptiva können Kinder heute Wunschkinder sein. Wenn Sie durch Ihre berufliche Situation zu stark eingespannt sind, um einem Kind die nötige Zeit zu widmen, sollte die Zuverlässigkeit der Verhütungsmethode eine besondere Rolle bei der Auswahl Ihres Kontrazeptivums spielen.
Müssen Sie beruflich oft und über lange Strecken verreisen? Arbeiten Sie im Schicht- oder Nachtdienst?
Auch diese äußeren Bedingungen haben unmittelbaren Einfluss auf die Wahl des Verhütungsmittels. Für Schicht- und Nachtarbeiter ist die Temperaturmethode z.B. ungeeignet.
Ihre Persönlichkeit - Ihre Einstellung
Die Anwendung einiger Verhütungsmethoden verlangt Disziplin. Gerade Anwendungsfehler sind ein häufiger Grund für ungewollte Schwangerschaften.
Können Sie z.B. sicherstellen, dass Sie die Pille zuverlässig täglich einnehmen?
Frauen, denen die tägliche Einnahme zu aufwändig ist, können auf hormonale Depotpräparate zurückgreifen.
Natürlich muss auch akzeptiert werden, wenn Frauen grundsätzlich gegen die Einnahme der Pille oder die Anwendung von Hormonen sind, sei es aus medizinischen oder religiös-weltanschaulichen Gründen. Dann kann auf nicht-hormonale Alternativen der Empfängnisverhütung zurückgegriffen werden (z.B. die Portiokappe oder Spermizide).
|
 |
 |



|