|
Die Zuverlässigkeit einer empfängnisverhütenden Methode lässt sich an der Zahl der ungewollten Schwangerschaften ablesen, die bei der Anwendung dieser Methode auftreten.
Als Maß hierfür wird meist der sogenannte Pearl Index benutzt (so benannt nach einem Statistiker, der diese Berechnungsformel einführte). Dabei wird angegeben, wie viele ungewollte Schwangerschaften auftreten, wenn 100 Paare eine Methode 12 Monate lang anwenden. Hier ein Beispiel:
Wenn 100 Paare ein Jahr lang das Kondom zur Empfängsnisverhütung nutzen und in dieser Zeit 3 Schwangerschaften eintreten, hat das Kondom eine Versagerquote (einen Pearl Index) von 3. Je niedriger also der Pearl-Index ist, desto sicherer ist die Methode.
Der Pearl Index kann aber nur als eine allgemeine Orientierung dienen, denn wichtige Faktoren bleiben bei der Berechnung unberücksichtigt. Es werden zum Beispiel nicht nur die Schwangerschaften gezählt, die durch das "Versagen" der Methode zustande kommen, sondern auch die durch fehlerhafte Anwendung eintreten.
Bei der Beurteilung der Sicherheit eines Verhütungsmittels sollte daher besser unterschieden werden zwischen
 |
der perfekten und fehlerfreien Anwendung, bei der sich der Nutzer genauestens an die Empfehlungen in der Packungsbeilage oder der Gebrauchsanweisung hält.
|
 |
der typischen Anwendung, bei der alle möglichen Störfaktoren mit bedacht werden (z.B. Einnahmefehler bei der Pille, fehlerhafte Benutzung einer Barrieremethode, Häufigkeit sexueller Aktivität, Interaktionen mit anderen Arzneimitteln)
|

Bei der Bewertung der Sicherheit einer Methode verwenden die Wissenschaftler und Statistker oft ganz unterschiedliche Erfassungsmethoden. Daher finden Sie in der Literatur oft auch unterschiedliche Aussagen zur Zuverlässigkeit der verschiedenen Kontrazeptiva.
Durchgehend aber zeigt sich, dass hormonale Kontrazeptiva wie die Pille oder das Intrauterin-System die zuverlässigsten reversiblen Methoden der Empfängnisverhütung sind.
|
 |
 |



|