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Die Entscheidung für eine Methode der Empfängnisverhütung ist immer ein Abwägen der verschiedenen Vor- und Nachteile. Die Zuverlässigkeit einer Methode und die Nebenwirkungen müssen ebenso bedacht werden, wie Ihre persönliche Lebenssituation, Ihre gesundheitlichen Voraussetzungen, Ihr Alter und Ihre Vorlieben.
Ihr Arzt ist ein wichtiger Partner bei der Auswahl des geeigneten Verhütungsmittels, er wird Ihnen die Entscheidung aber nicht abnehmen.
Es ist daher wichtig, alle Auswahlkriterien für ein Kontrazeptivum zu kennen und sich über die Vor- und Nachteile aller hormonalen Methoden und nicht-hormonalen Methoden zu informieren.
Die Zeit nach einer Schwangerschaft stellt besondere Anforderungen.
Empfängnisverhütung in der Zeit nach der Geburt eines Kindes
In der Zeit unmittelbar nach der Geburt ruht die Funktion der Eierstöcke zunächst weitgehend, so dass Frauen weniger empfänglich für eine neue Schwangerschaft sind. Vor allem bei Frauen, die stillen, ist dieser relative Empfängnisschutz gegeben. Das die Milchproduktion fördernde Prolaktin verhindert in vielen Fällen einen neuen Eisprung. Selbst wenn die Regelblutung wieder einsetzt, reifen oft noch keine Eizellen heran. Stillen ist aber keine absolut sichere Empfängnisverhütung! Sie besteht vor allem dann nicht mehr, wenn zwischen den Stillabständen mehr als 6 Stunden liegen und insgesamt weniger als 65 Minuten pro Tag gestillt wird.
Frauen sollten daher auch kurz nach einer Geburt verhüten, wenn sie Geschlechtsverkehr haben und nicht wieder schwanger werden wollen.
Es sind jedoch nicht alle Methoden gleichermaßen geeignet:
Besonders empfohlen werden Kondome. Ist die Scheide nach der Geburt noch trocken, helfen Gleitmittel auf Wasserbasis.
Auf die Anwendung chemischer Mittel (Spermizide) sollte verzichtet werden. Sie reizen die nach der Geburt noch empfindliche Schleimhaut zu sehr. Die Inhaltsstoffe können zudem über die Muttermilch an das Kind übergehen.
Erst 3 Monate nach der Geburt hat sich der Beckenboden wieder so gefestigt, dass ein Diaphragma angepasst werden kann. Das alte Diaphragma darf nicht mehr verwendet werden.
Die natürliche Familienplanung ist als Verhütungsmethode in dieser Zeit ungeeignet. Nach der Geburt braucht der Zyklus einige Monate, bis er sich wieder auf einen normalen Rhythmus eingependelt hat und "berechenbar" wird.
Hat sich die Gebärmutter innerhalb von 6 - 8 Wochen nach der Geburt wieder zurückgebildet, kann auch eine Kupferspirale eingesetzt werden.
Nach der ersten spontanen Menstruation können auch wieder hormonale Methoden (wie die Pille) genutzt werden.
Hormonale Kontrazeptiva in der Stillzeit
Für Frauen die stillen sind hormonale Kontrazeptiva nicht die Methode der ersten Wahl. Reine Gestagenpräparate können jedoch angewendet werden.
Die Minipille muss zuverlässig alle 24 Stunden eingenommen werden. Zwar gehen geringste Mengen Gestagen in die Muttermilch über, schaden dem Kind aber nicht. Die Kombinationspille (Östrogen-Gestagen-Pille) wird für stillende Frauen jedoch nicht empfohlen, da Östrogene die Milchproduktion hemmen können.
Das Intrauterin System kann 6 bis 8 Wochen nach der Geburt eingesetzt werden, sobald sich die Gebärmutter wieder zurückgebildet hat. Es hat eine hohe empfängnisverhütende Zuverlässigkeit. Das IUS ist ein T-förmiger Kunststoffkörper, der ein Hormon-Reservoir enthält. Das IUS wird in die Gebärmutterhöhle eingelegt und setzt dort bis zu 5 Jahre lang kontinuierlich geringe Mengen eines Gestagens frei.
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