Empfängnisverhütung und Pubertät

Die Regelblutung ist das äußere Zeichen der Geschlechtsreife. Bereits der ersten Regelblutung ist die Reifung einer Eizelle vorausgegangen. Das Mädchen hat die körperlichen Voraussetzungen, schwanger zu werden.

Die rechtzeitige Anwendung sicherer Verhütungsmittel ist daher notwendig.

Die Pubertät ist aber nicht nur eine Zeit der körperlichen Reifung. Wenn Jugendliche mit einander schlafen möchten, müssen sie auch Verantwortung tragen können.

Es ist ein Zeichen von Zuneigung und gegenseitiger Achtung, wenn das Mädchen und der Junge vorher über die Verhütung sprechen. Es muss eine geeignete Methode der Empfängnisverhütung angewendet werden, um für beide Partner die Liebe sicher zu machen.

Empfängnisverhütung in der Pubertät




Kondom PLUS (englisch "Double Dutch") ist die beste Empfehlung, d.h.:

Das Kondom sollte in jedem Fall verwendet werden, um der Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit vorzubeugen. Als Verhütungsmittel hat das Kondom nur eine mittlere Sicherheit. Zudem erfordert die sichere Anwendung des Kondoms einige Übung, so dass es anfangs zu Verhütungspannen kommen kann. Deshalb ist es sinnvoll, zusätzlich zum Kondom eine zweite Methode der Empfängnisverhütung anzuwenden, z.B. die Pille.

Die Pille (ein hormonales Präparat, das ein Östrogen und ein Gestagen enthält) ist aufgrund ihrer hohen Zuverlässigkeit und der unkomplizierten Anwendung eine der am häufigsten genutzten empfängnisverhütenden Methoden.

Aus rein medizinischer Sicht ist die Verschreibung der Pille an Jugendliche möglich, wenn die erste Regelblutung eingetreten und ein regelmäßiger Menstruationszyklus etabliert ist.

Die Minipille (ein Präparat, das nur ein Gestagen enthält) wird von Jugendlichen ebenfalls gut vertragen. Viele Mädchen betrachten es aber als Nachteil, dass es bei der Minipille häufiger zu Zwischenblutungen kommt. Die Minipille ist nicht ganz so sicher wie die Pille.

Die Verschreibung von Pille oder Minipille verlangt von jungen Mädchen die Disziplin der regelmäßigen Pilleneinnahme. Insbesondere bei der Minipille darf die übliche Einnahmezeit um nicht mehr als drei Stunden überschritten werden.

Es gibt eine Reihe weiterer sicherer hormonaler Präparate wie z.B. Injektionen (Spritzen), Implantat oder das Intrauterin-System. Sie sind für Jugendliche weniger geeignet, da es häufiger zu Blutungsstörungen kommt und die Regelblutung bei längerer Anwendung oft ganz aussetzt.

Auch nichthormonale Methoden der Empfängnisverhütung können von Mädchen in der Pubertät genutzt werden. Es gibt jedoch Ausnahmen: Natürliche Verhütungsmethoden und der Verhütungscomputer sind nur für Frauen mit einem stabilen Menstruationszyklus zu empfehlen. Besonders häufig nutzen junge Mädchen das Diaphragma oder die Portiokappe, auch in Kombination mit chemischen Schutzmitteln.

Es gibt verschiedene Kriterien zur Auswahl der passenden Verhütungsmethode. Das Alter ist dabei nur einer von vielen wichtigen Faktoren. Es ist gut, wenn Sie zu Ihrer Mutter ein Vertrauensverhältnis haben und sie um Rat fragen können. Auch der Frauenarzt ist ein verlässlicher Ansprechpartner. In jedem Fall müssen Sie mitentscheiden, welche Methode genutzt werden soll.

Bitte beachten Sie:
Minipille Mikropille

Die Mikropille ist ein niedrig dosiertes Östrogen-Gestagen-Präparat, welches Östrogen und Gestagen enthält.
Die Minipille enthält nur ein Gestagen.