Hypothalamus und Hypophyse

Die weiblichen Sexualhormone werden vor allem in den Eierstöcken gebildet - bei der schwangeren Frau zusätzlich in der Placenta (dem Mutterkuchen). Über den Blutweg gelangen sie an ihre Zielzellen.

Damit Östrogene und Progesteron immer genau zum richtigen Zeitpunkt und in den benötigten Mengen bereitgestellt werden, wird die Bildung der Sexualhormone vom Hypothalamus (einem Teil des Zwischenhirns) und der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) gesteuert.

Der Hypothalamus ist die oberste Kontrollebene. Er schickt ein Freisetzungshormon an die Hypophyse. Die Hypophyse sendet daraufhin Gonadotropine (Hormone, die die Funktion der Keimdrüsen, auch Gonaden genannt, regulieren) an die Eierstöcke. In den Eierstöcken werden daraufhin Sexualhormone gebildet. Die Sexualhormone werden an den Blutkreislauf abgegeben und so zu den Zielorganen, aber auch zum Hypothalamus-Hypophysensystem transportiert.

Die Höhe der Sexualhormonspiegel im Blut entscheidet, ob die Aktivität des Hypothalamus-Hypophysen-Systems verstärkt oder gebremst wird. Hohe Blutspiegel von Östrogen und Gestagen hemmen die Freisetzung der Gonadotropine, während niedrige Sexualhormonspiegel die Hirnanhangdrüse zur vermehrten Produktion anregen. Dieses sogenannte "Rückkopplungsprinzip" ist auch die Grundlage für das Verständnis der Wirkungsweise der Pille und anderer hormonaler Präparate zur Empfängnisverhütung.